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MDR Artour über Bahn unterm Hammer Drucken E-Mail
Geschrieben von Hermann Lorenz   
Dienstag, 26 Juni 2007

artour | MDR FERNSEHEN | 21.06.2007 | 22:05 Uhr
"Bahn unterm Hammer"

Wohin geht die Reise mit der Deutschen Bahn?

In Großbritannien wurde die Bahn vor zwölf Jahren privatisiert, in der Hoffnung, der Zufluss frischen Kapitals werde den Schienenverkehr modernisieren. So wurde das Staatsunternehmen British Rail aufgelöst und an private Betreiber verkauft. Die staatlichen Subventionen an die privaten Unternehmen stiegen seither ebenso an wie die Zahl schwerer Unfälle. Die Investoren kassierten in nur acht Jahren Profite von mehr als 15 Milliarden Euro. 2003 ging die Netzgesellschaft Railtrack Pleite. So musste die Infrastruktur erneut verstaatlicht werden. Laut britischer Regierung sind mehr als 100 Milliarden Euro erforderlich, um das heruntergewirtschaftete Schienenetz instandzusetzen. Ist das auch unsere Zukunft? 

Schweizer Modell

Die englischen Erfahrungen müssen vielfach dafür herhalten, wenn Experten und Verbände heute dafür plädieren, die Bahn zu verkaufen. Unser Nachbarland Schweiz zeigt, wie es anders geht. Dort ist die Bahn öffentlich. Und man kommt mit ihr bis in die hintersten Winkel bergiger Regionen. Die Schweizer nutzen ihre Bahn sechsmal häufiger als wir Deutschen. Und ausgerechnet in diesem gebirgigen Land kostet die Bahn den Steuerzahler am allerwenigsten in ganz Europa. 

Bis jetzt fand kein deutscher Fernsehsender den Mut, über dieses Beispiel zu berichten. Nun meldet sich das MDR-Kulturmagazin "artour" zu Wort. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Dokumentarfilm "Bahn unterm Hammer", von dem international renommierten Filmemacher-Team Leslie Franke und Herdolor Lorenz produziert, und mit der "Jahrhundert-Entscheidung"("Süddeutsche Zeitung") über die Privatisierung der Deutschen Bahn als Mogelpackung.

Die Filmpremiere fand Mitte März 2007 statt. Seitdem läuft die Dokumentation mehr im Westen als im Osten Deutschlands (nur in Chemnitz, Jena und Rostock). Der Filmverleih sucht weiter nach engagierten Cineasten, die den Film in Kinos, Kirchen, Gewerkschaftshäusern, Schulen, Universitäten und Jugendhäusern zeigen. Denn es geht nicht nur um die Deutsche Bahn. Es geht um Tradition, um die Zukunft einer bequemen und wichtigen Reisemöglichkeit und es geht um unsere Steuergelder, die hoffentlich nicht als Milliarden-Profite in einige wenige Taschen wandern. 

http://www.mdr.de/artour/4594666.html 

zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2007 | 11:49

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 01 Juni 2012 )
 
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